von Roger Hamann
Güterbahntrasse Rotterdam – Genua
Arbeitskreis Gütertrasse gegründet
Die Entscheidung über eine Vorzugsvariante für die neu zu bauende Güterbahntrasse zwischen Mannheim und Karlsruhe ist gefallen. Die DB InfraGO hat am 24. November 2025 die geplante Streckenführung südlich von Mannheim vorgestellt. Demnach soll die Trasse ab Bruchsal parallel zur Autobahn A5 bis zum Karlsruher Güterbahnhof verlaufen (Vorzugsvariante R4).
Diese Planung lässt jedoch wesentliche kommunalpolitische Beschlüsse und offene Fragen unberücksichtigt. So hatte der Karlsruher Gemeinderat bereits im Juli 2022 beschlossen, sich für eine Untertunnelung der Güterbahntrasse im Stadtgebiet Karlsruhe einzusetzen. Die Stadt Karlsruhe muss sich jetzt für diese Position mit dem notwendigen Nachdruck einsetzen.
Hinzu kommt, dass für die Weiterführung der Gütertrasse ab dem Karlsruher Güterbahnhof in Richtung Süden bislang keine belastbare Planung vorliegt. Die Bürgervereine fordern daher, dass die Stadt Karlsruhe Einspruch gegen die Einreichung der Vorzugsvariante einlegt, solange die Weiterführung nicht geplant ist.
Besonders schwer wiegt, dass rund 90 % des zusätzlichen Güterbahnverkehrs im Raum Karlsruhe reiner Transitverkehr sein wird, also weder Start noch Ziel in Karlsruhe hat. Die Belastungen durch Lärm, Erschütterungen und Flächenverbrauch träfen damit in erster Linie die Karlsruher Bevölkerung, ohne dass dem ein entsprechender verkehrlicher Nutzen für die Stadt gegenübersteht. Aber auch Gewerbegebiete in Grötzingen und Hagsfeld sowie das Durlach-Center wären in der Substanz, der Elfmorgenbruchwald als Naturkleinod der Murg-Kinzig-Rinne betroffen. Alles spricht daher aus Sicht der Bürgervereine klar für eine unterirdische Führung der Gütertrasse im gesamten Stadtgebiet.
Zusammenschluss zum AK Gütertrasse
Vor diesem Hintergrund haben sich mehrere Karlsruher Bürgervereine unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Karlsruher Bürgergemeinschaften (AKB) am 11. Dezember 2025 zum Arbeitskreis Gütertrasse (AK Gütertrasse) zusammengeschlossen.
Beteiligt sind unter anderem die Bürgergemeinschaft Durlach und Aue 1892 e.V. sowie die Bürgergemeinschaft Untermühl- und Dornwaldsiedlung.
Ziel des AK Gütertrasse ist es, weiterhin konsequent für eine Tunnellösung der Güterbahntrasse im Karlsruher Stadtgebiet einzutreten. Die Karlsruher Bürgervereine verstehen sich dabei als dauerhafte und verlässliche Interessenvertretung der Bürgerschaft.
Klare Unterstützung – klare Forderungen
Wichtig ist uns:
Die AKB und die beteiligten Bürgervereine unterstützen ausdrücklich und uneingeschränkt den notwendigen Ausbau der Güterbahntrasse Mannheim – Karlsruhe – Rastatt. Eine leistungsfähige Schieneninfrastruktur ist für den Güterverkehr, den Klimaschutz und die Entlastung der Straßen unverzichtbar.
Gerade weil Karlsruhe in hohem Maße vom Transitverkehr betroffen sein wird, erwarten wir jedoch, dass sich die Stadtverwaltung Karlsruhe gemeinsam mit dem Regionalverband Karlsruhe und einem breiten Bündnis für eine sorgfältige, vollständige und stadtverträgliche Planung einsetzt und dabei insbesondere folgende Forderungen vertritt:
- Einspruch gegen die Einreichung der Vorzugsvariante R4 beim Regierungspräsidium, solange die südliche Weiterführung der Trasse ab dem Karlsruher Güterbahnhof nicht belastbar geplant und mit eingereicht ist.
- Umsetzung der Untertunnelung des Karlsruher Stadtgebiets, wie sie der Gemeinderat im Juli 2022 beschlossen hat.
Nachfolgend sehen Sie einen Ausschnitt der geplanten Vorzugsvariante R4 im Karlsruher Stadtgebiet.

Quelle: © Deutsche Bahn
https://www.mannheim-karlsruhe.de/interaktive-karte/vorzugsvariante
Beteiligte Bürgervereine im AK Gütertrasse
- Hagsfeld
- Rintheim
- Durlach und Aue
- Untermühl- und Dornwaldsiedlung
- Oststadt
- Südstadt
- Weiherfeld-Dammerstock
- Rüppurr
- Bulach
- Beiertheim
- Oberreut