von Roger Hamann
Wegfall Rußweg? Stellungnahme der Bürgergemeinschaft
Ausbaustrecke / Neubaustrecke Mannheim–Karlsruhe – Betroffenheit des Stadtteils Durlach im Bereich Rußweg / Langenbruchweg
Im 14. Dialogforum am 13. November 2024 wurde im Zusammenhang mit der Vorzugsvariante R4 der DB InfraGO AG eine Kompensationsfläche für wegfallende Puffer- und Rangiergleise im Bereich des Güterbahnhofs vorgestellt. Diese Fläche schließt den Rußweg / Langenbruchweg zwischen Wolfartsweierer Brücke und Wasserwerkbrücke mit ein.
Die Bürgergemeinschaft Durlach und Aue 1892 e.V. (BügDA) weist darauf hin, dass dieser Abschnitt des Rußwegs / Langenbruchwegs eine zentrale und stark genutzte Wegeverbindung der Stadtteile Durlach, Durlach-Aue sowie der Untermühl- und der Dornwaldsiedlung mit der Karlsruher Südstadt und der Innenstadt darstellt. Der Weg wird täglich von vielen Bürgerinnen und Bürgern als sichere, ruhige und nahezu naturnahe Verbindung abseits stark befahrener Straßen für Radverkehr und Fußwege genutzt, sowohl im Berufs- und Alltagsverkehr als auch zur Naherholung und für sportliche Aktivitäten.
Seit Jahren setzt sich die BügDA für eine Weiterführung dieser Verbindung bis zur Durlacher Hauptbahnstraße ein, um die Anbindung der Stadtteile weiter zu verbessern. Die hohe Akzeptanz und Nutzung zeigen deutlich, welche Bedeutung dieser Weg für die Mobilität im Alltag hat.
Eine Einschränkung oder gar ein Wegfall dieser Verbindung – sei es durch bauliche Maßnahmen, zusätzliche Gleisanlagen oder eine deutliche Verschlechterung der Aufenthalts- und Wegequalität – hätte spürbare Auswirkungen auf viele Menschen in den betroffenen Stadtteilen uns stünde zugleich im deutlichen Widerspruch zu den Zielen einer nachhaltigen und fahrradfreundlichen Stadtentwicklung.
Darüber hinaus ist das betroffene Waldstück Teil des Landschaftsschutzgebietes Oberwald-Rißnert. Dies ist aus der interaktiven Karte der geschützten Gebiete in Karlsruhe ersichtlich. In einer Nachfrage bei dem Naturschutzbeauftragten der Stadt Karlsruhe, Dr. Robert Trusch, bestätigte dieser die besondere Schutzwürdigkeit dieses Gebietes als unersetzbarer Naturraum in der Stadt.
Die BügDA spricht sich daher nachdrücklich dafür aus, die Wegeverbindung am Rußweg / Langenbruchweg vollumfänglich zu erhalten und nicht durch eine Erweiterung des Güterbahnhofs zu beeinträchtigen. Die dargestellte Betroffenheit unterstreicht aus Sicht der BügDA erneut die Bedeutung der vom Karlsruher Gemeinderat im September 2022 beschlossenen Tunnellösung, die den zusätzlichen Güterzug-Durchgangsverkehr aufnehmen soll, ohne die angrenzenden Stadtteile weiter zu belasten.
Anlage: Karte der im Dialogforum vorgestellten Kompensationsfläche.